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Experteninterview

Smartes Gerätemanagement in der Industrie

Wie das Device Portal für mehr Sicherheit und optimale Funktionalität sorgt

Smartes Gerätemanagement in der Industrie
Emmanuel Guigues, Product Owner des Device Portals
Emmanuel Guigues, Product Owner des Device Portals

IoT-Geräte bereichern mittlerweile viele Lebensbereiche – und spielen auch im industriellen Umfeld eine immer entscheidendere Rolle. Um die Vorteile der Technologie voll nutzen zu können, brauchen Hersteller und Anbieter eine IT-Lösung zum Management ihrer ausgelieferten Geräte – egal ob Maschinenkomponenten für die Industrie oder andere IIoT-Geräte. Das Device Portal addressiert die größten Herausforderungen einer sicheren Remote-Verwaltung und stellt die Weichen für datengetriebene Services. Was dies genau bedeutet, erläutert Emmanuel Guigues, Product Owner des Device Portals, im Interview.

Emmanuel, Industrial IoT ist in aller Munde, die Anforderungen der Kunden in Sachen Konnektivität und Sicherheit von Geräten steigen rasant – doch was bedeutet das konkret für Gerätehersteller?

Ein Gerät mit einer bestimmten Konfiguration auszuliefern und den Rest dem Kunden zu überlassen – das gehört der Vergangenheit an. Dank Gerätemanagement können Unternehmen nicht nur ihre Produktivität und Effizienz verbessern, auch Hersteller sind über den gesamten Lebenszyklus hinweg mit ihren Geräten verbunden. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten: Regelmäßige Updates, Fehleranalyse und Support sind per Fernzugriff möglich. Bei Bekanntwerden von Sicherheitslücken können diese umgehend bei den betroffenen Geräten geschlossen werden. Zudem kann der Gerätehersteller zusätzliche Services bequem over-the-air anbieten.

Natürlich müssen dafür einige Grundvoraussetzungen erfüllt sein. Als Leitanbieter und Leitanwender hat Bosch eine IT-Lösung zur Geräteverwaltung entwickelt, die sich an täglichen Herausforderungen aus der Praxis orientiert: das Device Portal.

Wie genau sehen die Vorteile aus, die Gerätehersteller vom Einsatz des Device Portals haben?

Das Device Portal vereint alle Funktionalitäten für modernes Gerätemanagement und ist über die Cloud für jeden als White-Label-Lösung verfügbar: Der Hersteller muss dafür nur die Kommunikation zwischen seinem Produkt und dem Device Portal public interface (REST API) herstellen. Bei Verkauf des Geräts kann er anschließend das Gerätemanagement selbst übernehmen oder dem Kunden überlassen.

Als Basis ermöglicht das Device Portal eine Komplettübersicht über alle ausgelieferten und verbauten Geräte: Wie viele und welche Devices sind off- oder online? Was ist ihr derzeitiger Status? Welche Software ist mit welcher Version installiert? Wie sieht die Update-Historie aus? Und gibt es akute Fehlermeldungen?

Zudem kann man die Nutzung der Geräte live mitverfolgen und wertvolle Einblicke für Qualitätsüberwachung und Produktentwicklung gewinnen. Früher hat man als Hersteller nur im Falle einer Fehlfunktion Rückmeldung erhalten – das Device Portal schafft nun eine neue Transparenz.

Device Portal

Mit der neuen Konnektivität von Geräten ergeben sich nicht nur Vorteile – Stichwort Log4Shell. Wie adressiert die Software diese Sicherheitsproblematik, die sich in Zukunft ja höchstwahrscheinlich noch verschärft?

Die nativen Anwendungen auf IoT-Devices können natürlich Sicherheitslücken aufweisen – dies lässt sich nie zu 100 Prozent verhindern, denn Technologien entwickeln sich ständig weiter und tagtäglich werden weltweit neue Sicherheitsprobleme entdeckt. Unsere Lösung ermöglicht aber im Fall der Fälle zum einen die betroffenen Geräte zu identifizieren und zum anderen ein sehr schnelles Ausrollen von Software-Patches auf vielen Geräten. So kann nach Bekanntwerden einer Sicherheitsproblematik die Lücke innerhalb kürzester Zeit geschlossen werden – egal ob es sich um 10 oder 10.000 betroffene Geräte handelt.

Das Device Portal folgt den sehr strengen Sicherheitsvorgaben der Bosch Gruppe und wird permanent auf dem neuesten Stand gehalten. Die Kommunikation mit den Devices erfolgt beispielsweise ausschließlich nach Authentifizierung per SSL Zertifikat.

Device Portal für mehr Sicherheit und optimale Funktionalität

Wir haben nun über Geräte-Updates im Fall von Sicherheitsproblemen gesprochen. Kannst Du noch einen anderen typischen Use Case der Lösung beschreiben?

Stellen wir uns vor, ein Hersteller hat seine Geräte an einen Kunden im Ausland verkauft. Dieser hat Schwierigkeiten, die Geräte zu konfigurieren und kontaktiert das Service Center. Die Servicemitarbeiterin oder der Mitarbeiter kann dank der Lösung die Geräte und alle relevanten Informationen sofort aufrufen und Support leisten. Sie oder er kann sich zudem nach Bedarf direkt auf ein einzelnes Gerät schalten und die richtigen Einstellungen selbst vornehmen. Vor-Ort-Termine oder gar eine Rücksendung von Geräten sind nicht erforderlich. Auch händisches Heraussuchen von Informationen aus gedruckten Unterlagen entfällt und Sprachbarrieren führen seltener zu Missverständnissen. Der komplette Support lässt sich bequem von überall aus erledigen. Gerade in herausfordernden Zeiten wie diesen, ist dies eine von Kunden nachgefragte Kosten- und Ressourcenersparnis.

Wohin geht die Reise langfristig? Was sind die Use Cases der Zukunft?

Zuerst einmal ermöglichen Cloud-Lösungen zum Gerätemanagement einen umfangreichen Einblick in ihre Nutzung – natürlich mit Zustimmung des Endkunden. Diese Informationen können Hersteller verwenden, um zukünftige Produkte und Services nach tatsächlichen Kundenbedürfnissen zu gestalten. Ein Beispiel: Hat ein Kunde sehr viele verschiedene Geräte mit unterschiedlichen Software-Versionen im Einsatz, könnte ein intelligentes Alert-System ihm helfen, keine Updates mehr zu verpassen. Solche zusätzlichen Funktionen müssen auch nicht zwangsläufig vom Hersteller kommen. In Zukunft können in einem unternehmensübergreifenden digitalen Ökosystem Drittanbieter ihre datengetriebenen Services mitanbieten – beispielsweise Analysen-, Inbetriebnahmen- oder Instandhaltung-as-a-Service.

Ich als Gerätehersteller möchte gerne von den Vorteilen des Device Portals profitieren. Wie sieht der Prozess aus?

Unsere Herangehensweise ist komplett individuell und richtet sich nach dem spezifischen Use Case eines jeden Kunden. Der erste Schritt besteht immer aus einem umfangreichen Gespräch, in dem wir die genauen Anforderungen besprechen. Unser Experten-Team unterstützt den Kunden anschließend dabei, einen „Proof of Concept“ aufzubauen. So stellen wir sicher, dass unsere Lösungen alle Erwartungen erfüllen. Speziell für mittelständische Unternehmen und Start-Ups bieten wir ein „Pay-per-Use“-Modell an: Dabei richtet sich die Höhe der Investition nach der Gerätemenge. Dieser niedrigschwellige Einstieg ist optimal als erster Schritt zur Digitalisierung des Produktlebenszyklus.

Device Management

Device Management

Das Device Portal bietet eine umfassende Softwarelösung für die einheitliche Verwaltung aller im Einsatz befindlichen IIoT-Geräte. Dabei liefert es nicht nur eine aktuelle Übersicht über alle Geräte, es ermöglicht auch deren zentrale Verwaltung – lokal und per Fernzugriff – einschließlich Konfiguration, Aufspielen von Updates und Installation von Zusatzfunktionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

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